Presseberichte              

Schwäbische Zeitung, Ausgabe Laupheim, 14.01.2012

Gut Freund mit den Jumbos

Peter Schick füttert gern die Elefanten. Die Dickhäuter imponieren ihm: „Sie sind sehr klug und sehr sensibel.“

Peter Schick füttert gern die Elefanten. Die Dickhäuter imponieren ihm: „Sie sind sehr klug und sehr sensibel.“ (Foto: privat)

Von Roland Ray

BRONNEN BRONNEN/STUTTGART - Das nennt man Abwechslung im Beruf: Harald Auer wünscht derzeit nicht nur seinen Kollegen einen „Guten Morgen“, sondern auch Zella und Pama. Die beiden betagten Elefantendamen leben in der Stuttgarter Wilhelma. Dort sind Mitarbeiter der Firma Schick Gartengestaltung aus Bronnen seit mehreren Monaten im Einsatz. Sie machen das Domizil der Dickhäuter komfortabler und gestalten das Außengehege für das neue Menschenaffenhaus.

„Einfach gigantisch“ sei es, auf Tuchfühlung mit Elefanten zu arbeiten, schwärmt der Bauleiter Auer. Zella und Pama sind trotz ihrer 46 Lenze wunderfitzig, was sich im „Gärtle“ tut. Auf dem Weg ins benachbarte Nashorngehege, wo sie während der Umbauphase Freigang haben, tasten ihre Rüssel nach Baggern und anderem Gerät. Auer und Co. dürfen die Tiere füttern und unter Aufsicht der Pfleger auch schon mal auf dem breiten Rücken Platz nehmen.

Die Elefantenanlage in der Wilhelma gilt als nicht mehr zeitgemäß; außerdem wollte die Zooleitung den Absperrgraben beseitigen, in dem 2010 nach einem Kreislaufkollaps Vilja starb, mit 60 Jahren Europas älteste Elefantenkuh.

„Wir haben die Barriere aus Beton aus dem Boden entfernt und das Gelände planiert und begradigt“, berichtet der Firmenchef Peter Schick. Jetzt wird es neu ausstaffiert. Zella und Pama dürfen sich auf weichen Sandboden, eine Lehmsuhle und ein größeres Wasserbecken freuen. Der Pool wird direkt vor einer Besuchertribüne mit Sitzstufen aus Stuttgarter Travertin angelegt; mit demselben Stein fassen die Fachleute aus Bronnen auch einen Teil des Geheges ein. Darüber hinaus installieren sie neue „Schrubbelbäume“, hoch aufragendes Totholz, an dem die Dickhäuter sich mit Wonne kratzen. „Die alten Stämme waren ganz glatt gerubbelt“, erzählt Peter Schick.

Bis Ostern soll das Außengehege fertig sein. Die Wilhelma verfolgt gleichwohl unverändert das Ziel, eine komplett neue, großzügigere Elefantenanlage zu bauen, die Herdenhaltung ermöglicht. Das ist Zukunftsmusik, bis der Rosensteintunnel verwirklicht ist. Der jetzige Umbau käme dann auch den indischen Panzernashörnern zupass: „Sie würden das modernisierte Elefantengehege erben und hätten mehr Platz“, sagt die Pressesprecherin Karin Herczog.

Für sein Unternehmen sei das Elefantengehege ein Anschlussauftrag gewesen, erklärt Peter Schick. Den ersten, deutlich gewichtigeren Zuschlag hatte er bereits vor zwei Jahren von der Wilhelma erhalten, für die Arbeiten am Außengehege des neuen, fast 20 Millionen Euro teuren Menschenaffenhauses. Gräser und Kräuter, Büsche und Bäume, Bachläufe, Sumpfzonen und Felslandschaften aus Muschelkalk: In Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Landschaftsarchitekten Möhrle wird ein 2000 Quadratmeter großes Areal naturnah angelegt und auf die Lebensgewohnheiten der künftigen Bewohner ausgerichtet. Gorillas und Bonobos sollen sich vom nächsten Sommer an auf der Anlage tummeln. Um das künftige Refugium der Gorillas errichtet Schick einen massiven Holzzaun mit Sichtfenstern aus Glas, über den Bonobos soll sich ein luftiges Stahlnetz spannen. Die Arbeiten sind in vollem Gang, beäugt von Giraffen, Erdmännchen und Wildeseln.

Acht bis zehn Mitarbeiter setzt Peter Schick im Schnitt in der Wilhelma ein, er selbst ist jede Woche vor Ort. Das Auftragsvolumen für Affen- und Elefantengehege summiert sich auf rund drei Millionen Euro. „In einem Zoo tätig zu werden, das war Neuland für uns“, sagt der 44-jährige Firmenchef. Die faszinierenden Einblicke möchte er nicht missen. Begeistert sind Schick und seine Mitarbeiter nicht zuletzt von der freundlichen Atmosphäre, die in der Wilhelma herrsche, und vom Engagement und Wissen der Tierpfleger.

(Erschienen: 15.01.2012 12:45)

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